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Kultur, 25. September 2007 Konzert zum Jubiläum Beim Jubiläumskonzert «75 Jahre Thurgauer Kammerorchester» in der Kartause zeigte sich der Klangkörper von einem Niveau, das internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht. Ittingen – Das Thurgauer
Kammerorchester TKO spielt
mit Erfolg in Zürich und im Ausland. Aber
es würde sich auch im
Kanton selbst die Akzeptanz wünschen, die es anderswo bereits
hat. Der international tätige
Dirigent Jazzmusiker zu Gast Völlig den internationalen Standards stand hielt die Interpretation von Schostakowitschs
Kammersinfonie Opus 110a. Auch bei der Musik des Esten Jaan Rääts oder bei zwei Sätzen aus Othmar Schoecks Suite für Streicher zeitigte dies einen Orchesterklang voll packender Einprägsamkeit. Zum 75. Geburtstag hat das Orchester den Jazzmusiker Roman Schwaller eingeladen, ein Stück zu schreiben. Der bekannte Tenorsaxofonist als Solist mit einem klassischen Orchester, ein ungewohnter Anblick. In seiner Ballade «Largo Maggiore», mit dem Schwaller kompositorisch erstmals klassische Gefilde betritt, hat er moderat moderne Streicherklänge komponiert. Er lässt die Celli und den Kontrabass kontrapunktisch das Stück eröffnen, mit übermässigen Dreiklängen. Das Thema gleicht einer Art Mini-Hymne, die Schwaller solistisch später aufnimmt. Den Streicherklangteppich, der entfernt an den Musikstil etwa eines Arthur Honegger erinnert, benutzt Schwaller mehr und mehr als Grundlage, um sich im Laufe des Stücks doch deutlich hörbar wieder ins jazzige und improvisatorische Element hineinzuspielen, mit seinen bekannten Sax-Qualitäten natürlich. Mit seinem Opus 1 hat Schwaller ein handwerklich sorgfältiges und eingängiges Klassikstück vorgelegt. Ein eleganter Beitrag zum Geburtstag eines Streichorchesters war das, bei dem sich Schwaller jedoch hörbar einen gewissen inneren Ruck weg vom angestammten Jazz zu den Gefilden der Klassik geben musste. Ende des Dornröschenschlafs Der Geburtstagsanlass des Thurgauer Kammerorchesters sollte auch ein Startschuss sein. Das TKO hat überzeugt als Profiorchester mit hohen Standards. Und spätestens nach diesem Konzert müsste allen Thurgauer Konzertveranstaltern ein Licht aufgehen. Es gibt ein profiliertes kantonales Orchester mit Ausstrahlung. «Engagiert es munter im eigenen Kanton», möchte man den Veranstaltern zurufen. Kurz: Man wünscht dem TKO starke Präsenz als musikalischer Prophet auch im eigenen Land, man hofft auf ein Ende des Dornröschenschlafs. lMARTIN PREISSER |